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Thrombose

Thrombose bedeutet, es bildet sich ein Blutgerinnsel in einem Blutgefäß. Oft sind die Beinvenen betroffen. Erfahren Sie hier mehr über Risikofaktoren, Ursachen, Symptome und Therapien


Eine Venenthrombose entsteht besonders häufig in den Beinvenen

Was ist eine Thrombose?

Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel (ein Thrombus) in einem Blutgefäß oder im Herzen. Dieser Blutpfropf behindert den Blutstrom.

Normalerweise ist es für den Körper nützlich, dass unser Blut gerinnen kann – zum Beispiel, wenn wir uns in den Finger schneiden. Damit die Wunde nicht ewig blutet, kommt sofort eine ausgeklügelte Kettenreaktion in Gang: Blutzellen und körpereigene Gerinnungsstoffe stoppen die Blutung vor Ort. Es bildet sich ein Schorf, so dass die Verletzung in Ruhe ausheilen kann.



UNSER EXPERTE: Dr. Norbert Frings, Chirurg, Gefäßchirurg und Phlebologe

Manchmal gerinnt das Blut aber quasi versehentlich, ohne dass es erwünscht wäre. Es bildet sich plötzlich ein Blutpfropf – am falschen Ort, zur falschen Zeit. Dieses Blutgerinnsel verstopft die Strombahn teilweise oder komplett. Mediziner nennen dieses Geschehen "Thrombose".

Eine Thrombose kann theoretisch in jeder Ader des Körpers vorkommen – mit ganz unterschiedlichen Folgen. Steckt das Gerinnsel in den Schlagadern (Arterien), dann handelt es sich um eine arterielle Thrombose. Sie kann zum Beispiel der Grund für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall sein. Genaueres zu diesen Krankheiten lesen Sie im Ratgeber Herzinfarkt sowie im Ratgeber Schlaganfall.


Häufig – die Beinvenenthrombose

Besonders leicht bilden sich Thromben in den Becken- und Beinvenen. Diese Adern sammeln das Blut aus Füßen, Beinen und Becken und leiten es zurück zum Herz. Ärzte unterscheiden unterschiedliche Arten der Beinvenenthrombose:

  • Eine Thrombose in den oberflächlich gelegenen gesunden Beinvenen – dazu gehören zum Beispiel die Blutgefäße, die bläulich unter der Haut durchschimmern. In diesem Fall ist oft eine Venenentzündung der Auslöser. Diese Thrombophlebitis ist in der Regel ungefährlich, die Therapie gestaltet sich meist einfach. Mehr dazu im Kapitel Therapie.
  • Eine Thrombose in den tiefen Beinvenen – also in den Adern, die im Inneren des Beins verlaufen. Bei dieser tiefen Venenthrombose (TVT, Phlebothombose) ist eine zügige Therapie mit Medikamenten und Kompressionsstrümpfen ganz entscheidend. Denn es besteht ein hohes Risiko für eine gefährliche Lungenembolie. Mehr dazu weiter unten und in den entsprechenden Kapiteln.
  • Eine (stark) ausgedehnte Thrombose in einer oberflächlichen Krampfader (Varikophlebitis). Sie kann ebenfalls problematisch sein und muss für einige Wochen wie eine tiefe Beinvenenthrombose behandelt werden.

 

Achtung – immer schnell reagieren: Ob eine oberflächliche oder tiefe Thrombose vorliegt, und welche Maßnahmen im Einzelfall angesagt sind, kann nur der Arzt entscheiden. Die rasche Diagnose und Behandlung durch den Fachmann ist deshalb immer wichtig! Wer den Verdacht hat, er könnte betroffen sein, sollte zügig einen Arzt oder ein Krankenhaus kontaktieren.

Welche Symptome treten auf?

Eine Thrombose kann ganz unterschiedliche Beschwerden verursachen – je nachdem, welches Blutgefäß betroffen ist. Manchmal  bleibt das Gerinnsel auch völlig symptomlos oder macht erst nach einer Weile auf sich aufmerksam.

Folgende Zeichen deuten auf eine tiefe Beinvenenthrombose hin: Das betroffene Bein schwillt an, schmerzt, fühlt sich schwer und ungewöhnlich warm an. Die Haut der betroffenen Extremität kann sich bläulich verfärben. Genaueres zu den Symptomen erfahren Sie im entsprechenden Kapitel.

Oft deuten die Krankheitszeichen bereits auf eine Thrombose hin. Verschiedene Untersuchungen – zum Beispiel Ultraschallverfahren – helfen dem Arzt, die Diagnose zu sichern.

Gefährliche Komplikation: Lungenembolie

Bei unbehandelten Bein- und Beckenvenenthrombosen ist die Gefahr groß, dass es zu einer womöglich lebensbedrohlichen Lungenembolie kommt: Teile des Thrombus reißen ab und werden mit dem Blutstrom in ein Gefäß in der Lunge gespült. Mögliche Symptome sind Atemnot, Husten, Brustschmerzen, Herzklopfen. Eine ausgedehnte Lungenembolie belastet das Herz. Es droht ein akutes Herzversagen. Genaueres zur Lungenembolie lesen Sie hier im Kapitel Lungenembolie.

Wie sieht die Behandlung bei Thrombose aus?

Zur Therapie einer Thrombose kommen oft Gerinnungshemmer zum Einsatz – also Medikamente, welche die Blutgerinnung dämpfen (Antikoagulanzien, umgangssprachlich oft unpräzise "Blutverdünner" genannt). Bei Beinvenenthrombosen verschreibt der Arzt zudem individuell angepasste Kompressionsstrümpfe. Mehr über die Behandlungsmöglichkeiten lesen Sie im Kapitel Therapie.

Welche Risikofaktoren gibt es?

Zahlreiche Faktoren erhöhen das Risiko für eine tiefe Beinvenenthrombose: zum Beispiel größere Operationen, Übergewicht, Blutgerinnungsstörungen, Krebsleiden, eine Schwangerschaft oder die "Antibaby-Pille" vor allem in Kombination mit Rauchen. Auch längere Inaktivität kann eine Thrombose provozieren – beispielsweise stundenlanges Sitzen mit abgewinkelten Beinen wie bei einer ausgedehnten Busreise oder einem Langstreckenflug. Letzteres sorgte mehrfach als "Touristenklasse-Syndrom" (economy class syndrom) für Schlagzeilen. Bettlägerigkeit oder die Ruhigstellung eines Beines in einem Gipsverband erhöht ebenso die Gefahr. Mehr zu möglichen Ursachen im entsprechenden Kapitel.

Thrombosen kommen nicht nur in den Beinen, sondern auch in vielen anderen Körperregionen vor – beispielsweise in Venen des Gehirns (zum Beispiel als Sinusvenen-Thrombose), oder in der Pfortader, die das Blut vom Darmtrakt zur Leber leitet (Pfortader-Thrombose), ebenso in den Arm- und Schultergürtelvenen (Paget-von-Schroetter-Syndrom). Dieser Artikel kann nur eine allgemeine Übersicht geben und nicht auf alle Formen der Thrombose näher eingehen. Er behandelt schwerpunktmäßig die häufige Beinvenenthrombose.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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www.apotheken-umschau.de; 19.05.2011, aktualisiert am 18.05.2012
Bildnachweis: W&B/Privat, Thinkstock/iStockphoto

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