erbliche, meist beidseitige Nierenfehlbildung, bei der die Niere von Hohlräumen durchsetzt ist, die langsam an Größe zunehmen und damit das Funktionsgewebe verdrängen.
Es gibt verschiedene Formen der Zystenniere mit sehr unterschiedlichem Krankheitsverlauf: die multizystische Nierendysplasie bei Kindern, die schon früh Beschwerden verursacht, und die häufigere Form bei Erwachsenen, die polyzystische Nierendegeneration. Häufig finden sich Zysten auch in der Leber, seltener in Bauchspeicheldrüse oder Milz; in bis zu 20 % der Fälle besteht zusätzlich eine krankhafte Wandausbuchtung (Aneurysma) der Hirnarterien.
Befund: Die Beschwerden bei der Erwachsenenform beginnen meist zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr, wenn es aufgrund der Größenzunahme zu Verdrängungserscheinungen mit Flankenschmerzen kommt und das noch vorhandene normale Gewebe die Nierenfunktion nicht mehr aufrechterhalten kann. Deshalb zeigen sich Merkmale des chronischen Nierenversagens wie Müdigkeit, Blutarmut und Erhöhung des Blutdrucks. Außerdem leiden die Betroffenen häufig unter Entzündungen des Nierenbeckens (Pyelitis), Nierengewebes (Nephritis) und Harnsteinen. Die Diagnose lässt sich durch Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen sichern. Da die Zystennieren erblich sind, sollten auch die Familienmitglieder untersucht werden.
Behandlung: Eine spezifische Behandlung ist nicht möglich. Bei beidseitigem Nierenversagen muss der Patient zur regelmäßigen Blutwäsche (Nierenersatzverfahren), auch eine Nierentransplantation kommt infrage.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.04.2011
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