unerwarteter Tod eines Säuglings, dem weder eine bedeutsame Erkrankung noch ein Todeskampf vorausging und dessen Ursache sich auch durch eine Obduktion nicht klären lässt. Der plötzliche Kindstod ist jenseits der Neugeborenenphase die häufigste Todesursache im ersten Lebensjahr. Eine Vielfalt von Gründen kann ursächlich sein. Ein erhöhtes Risiko wird angenommen für Kinder, die bereits einen Zustand von Near-SIDS überlebt haben, für ehemalige Frühgeborene und untergewichtige Neugeborene sowie für Geschwister von Kindern, die an plötzlichem Kindstod verstorben sind; außerdem bei Drogen- und Zigarettenabhängigkeit der Mutter. Darüber hinaus wird ein Zusammenhang zwischen Bauchlage und plötzlichem Kindstod festgestellt. Ein Teil der (vermeintlichen) Fälle ist tatsächlich die Folge von Kindesmisshandlung.
Der vom plötzlichen Kindstod betroffene Säugling liegt pulslos und ohne zu atmen in seinem Bett, meist in Bauchlage. Da unklar ist, wie lange die Atmung bereits ausgesetzt hat, ist der Notarzt zu rufen und sofort mit Atemspende und Herzdruckmassage zu beginnen. Zur Vorbeugung sollten Säuglinge nie in Bauchlage schlafen.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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