Blutplättchenmangel (Thrombozytopenie) aufgrund der Zerstörung von Blutplättchen durch das eigene Immunsystem.
Ursache: Im Verlauf dieser recht häufigen Krankheit des Kindes- bis jungen Erwachsenenalters bildet der Betroffene Antikörper gegen die eigenen Blutplättchen, woraufhin diese vom Immunsystem vernichtet werden. Die akute Werlhof-Krankheit tritt häufig nach Viruserkrankungen auf, seltener nach Einnahme von Medikamenten wie Antibiotika oder Barbituraten. Es kommt zu einem einmaligen krisenhaften Abfall der Blutplättchen, der sich nach kurzem Verlauf spontan bessert. Die seltenere chronische Form beginnt ohne erkennbare Ursache und verläuft schubweise über Monate oder sogar Jahre.
Befund: Gewöhnlich sucht der Betroffene den Arzt auf, weil er Hautblutungen (Thrombopenie), v. a. an den Beinen, bemerkt; gelegentlich tritt auch eine echte Blutung auf. Die Milz ist meist vergrößert. Die Knochenmarkpunktion zeigt eine starke Vermehrung der Knochenmarkriesenzellen; sie wird allerdings nicht zwingend durchgeführt.
Behandlung: Die Werlhof-Krankheit wird mit Kortikoiden oder anderen immununterdrückenden Medikamenten (Immunsuppressiva) therapiert, z. T. auch mit Immunglobulinen. Medikamente, die für die Erkrankung verantwortlich sein könnten, werden abgesetzt. Blutungen werden tamponiert oder medikamentös gestillt; eine Blutplättchentransfusion muss Notfällen vorbehalten bleiben, da die Überlebenszeit dieser Blutplättchen sehr kurz ist. Bei akuter Werlhof-Krankheit bleibt die Blutplättchenzahl nach Absetzen der Immunsuppressiva normalwertig; bei der chronischen Form muss über längere Zeit das Immunsystem unterdrückt werden; hier muss auch eine Milzentfernung in Betracht gezogen werden.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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