Fehlstellung des Kopfes, bei der der Kopf zur erkrankten Seite geneigt und zur gesunden Seite gedreht ist.
Ursache: Der muskuläre Schiefhals entsteht meist während der ersten Lebenstage durch einseitig verkürzte Muskeln. Die Ursache kann eine erbliche Fehlbildung, eine Zwangshaltung im Mutterleib oder eine Verletzung während der Geburt sein. Zum ossären Schiefhals kommt es entweder durch angeborene Fehlbildungen der Halswirbelsäule (z. B. Verschmelzung mehrerer Halswirbel, Halsrippe) oder nach Verletzungen und Entzündungen. Verbrennungen oder Operationen können einen narbigen Schiefhals hervorrufen. Weitere Ursachen sind unwillkürliche muskuläre Verspannungen bei einem dystonen Syndrom (neurogener Schiefhals, Tortikollis spasmodicus), Schielen (okulärer Schiefhals) oder rheumatische Erkrankungen der Wirbelsäule (arthrogener Schiefhals).
Befund: Der Kopf zeigt die typische Schiefstellung, der verkürzte Kopfnickermuskel ist als derber Strang tastbar. Die Schiefhaltung des Kopfes kann später zu einem fehlerhaften Wachstum der Wirbelsäule und einer Gesichtsasymmetrie führen.
Behandlung: Die Therapie richtet sich nach der Ursache. Beim muskulären Schiefhals sollten krankengymnastische Übungen bereits in den ersten Lebensmonaten begonnen werden, um den verkürzten Muskel zu dehnen. In schweren Fällen wird der betroffene Muskel operativ durchtrennt.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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