Ansammlung von wässriger Flüssigkeit im Lungengewebe und in den Lungenbläschen, wodurch der Sauerstoffaustausch in der Lunge behindert wird. Das akute Lungenödem ist eine lebensbedrohliche Atemstörung.
Ursache: Häufigster Auslöser ist ein Linksherzversagen (Herzinsuffizienz). Die Pumpschwäche des linken Herzens führt zu einem Blutrückstau in den Lungenkreislauf. Durch den erhöhten Druck in den Lungengefäßen wird Flüssigkeit in das Gewebe und weiter in die Lungenbläschen gepresst. Weitere Ursachen für ein Lungenödem sind Überwässerung des Körpers, Eiweißmangel (z. B. bei Nierenerkrankungen), Infekte (z. B. Lungenentzündung), schwere allergische Reaktionen der Lunge sowie Vergiftungen (z. B. Rauchvergiftung oder Einatmen von Reizgasen). Es tritt auch bei Ertrinkenden auf.
Befund: Der Kranke leidet unter rasch zunehmender Atemnot und Husten mit dünnflüssigem, teils schaumig rotem Auswurf. Neben einer beschleunigten Atmung bestehen rasselnde oder brodelnde Atemgeräusche, die mit dem bloßen Ohr wahrnehmbar sind, sowie eine Zyanose. Der Betroffene ist unruhig und hat Todesangst. Ein EKG, Herzultraschall und eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs können Hinweise auf die Entstehungsursache geben.
Behandlung: Es sind intensivmedizinische Maßnahmen erforderlich. Der Kranke wird mit erhöhtem Oberkörper gelagert. Nach Reinigung der Atemwege vom Schleim wird Sauerstoff gegeben. Zur medikamentösen Behandlung werden schnell wirksame harntreibende Mittel (Diuretika) intravenös injiziert. Notfalls muss der Kranke intubiert und beatmet werden.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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